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Mehr zu Cancer Bush

Warum heißt diese Pflanze eigentlich Cancer Bush?

Die Frage drängt sich fast sofort auf. Der Name „Cancer Bush“ beziehungsweise „kankerbos“ wird in Südafrika mit dem Ruf der Pflanze verbunden, bei Krebs zu helfen oder als Heilpflanze gegen Krebs zu gelten. Andere Namen wie balloon pea, blaasbossie oder blaas-ertjie beziehen sich dagegen auf die aufgeblasenen, blasenartigen Früchte. Schon daran sieht man, wie unterschiedlich diese Pflanze wahrgenommen wurde: einmal über ihren medizinischen Ruf, einmal ganz nüchtern über ihre auffällige Form.

Mit dem Namen ist auch schon ein Teil ihrer traditionellen Nutzung berührt. Cancer Bush gehört in Südafrika seit langer Zeit zu den Pflanzen, die nicht nur botanisch beschrieben, sondern auch im Alltag verwendet wurden. Überliefert ist, dass Aufgüsse, Dekokte und äußere Anwendungen in unterschiedlichen Zusammenhängen genutzt wurden. Gerade deshalb ist der Name nicht einfach nur eine moderne Zuspitzung. Er gehört zu einer älteren, über lange Zeit weitergegebenen Wahrnehmung dieser Pflanze.

Erst vor diesem Hintergrund bekam die Pflanze für mich selbst eine greifbarere Form. Bei einem Besuch im Westkap erzählte mir Herma Schoeman, geborene Rossouw, von der Geschichte ihrer Familie mit Cancer Bush. Ihre Großmutter, Jahrgang 1925, wuchs in einer Zeit auf, in der Pflanzen und Kräuter im ländlichen Alltag noch viel selbstverständlicher genutzt wurden. Schon als junge Frau in den 1950er-Jahren verwendete sie Krebsbusch gegen verschiedene Beschwerden. Die Familie ging damals in Steppe und Berge, um genug Pflanzen für den Eigenbedarf zu sammeln. Besonders im Winter galt Cancer Bush als etwas Stärkendes für die allgemeine Gesundheit. Später erinnerte sich die Familie vor allem daran, dass die Pflanze bei Magenschmerzen und Magengeschwüren verwendet wurde.

Damit bekam Cancer Bush für mich eine andere Tiefe. Der Name wirkte nicht mehr nur stark oder irritierend, sondern verwies plötzlich auf etwas, das im südafrikanischen Alltag bestimmter Familien lange schon da war, bevor es überhaupt als Produkt gedacht wurde.

Eine Pflanze, die man zuerst sehen muss

Vielleicht ist das bei Cancer Bush besonders wichtig: Man versteht diese Pflanze nicht zuerst über eine Zubereitungsanweisung und auch nicht über ein vertrautes Getränk, sondern über ihre Erscheinung. Silbrig wirkende Blätter, rote Blüten und diese eigentümlich aufgeblasenen Fruchtkörper bleiben schnell im Gedächtnis. Je länger ich mich mit der Pflanze beschäftigt habe, desto deutlicher wurde mir, dass sie sich nicht nur über Namen oder Literatur erschließen lässt, sondern auch über das, was man an ihr direkt beobachten kann.

Genau dieser bittere Zug gehört zu dem Bild, das man von Cancer Bush haben sollte. Nicht weich, nicht rund, nicht süßlich wie Honeybush. Eher herb, klar und von einer Bitterkeit geprägt, an die man sich erst annähern muss. Vielleicht versteht man Cancer Bush deshalb besser, wenn man nicht nur auf den Geschmack schaut, sondern auch auf die Pflanze selbst und auf die Erfahrungen, die Familien über Generationen mit ihr gemacht haben. Wer Cancer-Bush-Aufguss in seinen Alltag integrieren möchte, braucht etwas Geduld, um sich diesem besonderen Charakter anzunähern.

Nicht nur ein starker Name, sondern auch eine botanische Geschichte

Wer sich näher mit Cancer Bush beschäftigt, merkt schnell, dass schon die botanische Einordnung nicht ganz einfach ist. Lange war die Pflanze vor allem als Sutherlandia frutescens bekannt. Heute wird sie botanisch als Lessertia frutescens geführt. Es geht dabei nicht um zwei verschiedene Pflanzen, sondern um dieselbe Art unter unterschiedlicher Gattungszuordnung. Für viele Leser ist deshalb beides relevant: der ältere, vertraute Name und der heute akzeptierte botanische Name.

Dazu kommt, dass innerhalb dieser Art verschiedene Unterarten unterschieden werden. Für eine Einstiegsseite muss man das nicht bis ins Detail ausführen. Es hilft aber zu wissen, dass auch bei Cancer Bush nicht alles völlig einheitlich ist. Was im Alltag oft einfach nur „Cancer Bush“ heißt, lässt sich botanisch genauer fassen und zeigt je nach Herkunft auch Unterschiede in Wuchs, Blattgröße und Fruchtform.

Eine Pflanze, die man langsamer verstehen muss

Gerade darin unterscheidet sich Cancer Bush auch von Rooibos und Honeybush. Bei Rooibos findet man schneller einen vertrauten Zugang. Bei Honeybush hilft die mildere, süßlichere Art des Aufgusses. Cancer Bush ist anders. Hier steht nicht zuerst ein gefälliger Geschmack im Raum, sondern eine Heilpflanze mit starkem Namen, bitterem Charakter und überlieferten Erfahrungen, die in manchen Familien über Generationen weitergegeben wurden.

Vielleicht braucht sie gerade deshalb eine andere Art von Einstieg. Nicht die schnelle Frage „Wofür ist sie gut?“ bringt hier am weitesten, sondern die ruhigere Frage, warum sie in bestimmten Regionen über so lange Zeit gesammelt, genutzt und weitergegeben wurde. Dort beginnt ein verständlicherer Zugang zu dieser Pflanze.

Von hier aus weiter

Wer Cancer Bush von hier aus weiter entdecken möchte, kann in mehrere Richtungen gehen.

Man kann stärker bei der Pflanze selbst bleiben: bei ihrem bitteren Charakter, ihrem Erscheinungsbild und ihrer botanischen Einordnung. Man kann tiefer in die Herkunft und in die Unterschiede zwischen verschiedenen Formen und Herkünften einsteigen. Und man kann später auch auf die Frage zurückkommen, wie aus einer Pflanze, die lange gesammelt wurde, überhaupt ein kultivierter und heute handelbarer Rohstoff werden konnte.

Für den Einstieg reicht vielleicht erst einmal dies:
Cancer Bush ist nicht nur ein auffälliger Name. Es ist eine Pflanze, die man langsamer verstehen muss.