Skimmelberg in Zahlen
- Firma: Skimmelberg (Pty) Ltd, gegründet 2007
- Ort: Cederberg bei Clanwilliam – Farm: Witelskloof/Waterval
- 🗺️ Farm auf der Karte: Google Maps · Apple Maps · OpenStreetMap
- Fläche Buchu & Rooibos: ca. 2.000 ha
- Rooibos-Feldanbau: 6 Felder nach Alter gestaffelt → jedes Jahr ein Feld neu bepflanzt; pro Feld etwa 5 Ernten, dann gemulcht & untergepflügt (in einem Arbeitsgang) + 1 Jahr Zwischenfrucht (meist Hafer)
- Wilder Rooibos: Ernte nur alle 4 Jahre → kann 60–70 Jahre alt werden
- Buchu: Anbau auf 16 Feldern, auf der Farm bewusst auf etwa 1 m gehalten (mehrjährig, langfristig ertragsfähig)
- Buchu-Öl: ca. 100 kg Buchu → 1 kg Buchu-Öl (Dampfdestillation auf der Farm)
- Familie: Die Farm wird seit Generationen von der Familie Slabbert geführt. Schwerpunkt des Betriebs ist Citrus-Anbau.
Weitere Farmdetails (laut Skimmelberg)
Zertifizierung:
CERES
Regenerative Verfahren:
Komposttee aus Wurmkompost (Vermikompost) – ein wässriger Auszug, der auf den Boden ausgebracht wird
Destillation:
CO₂-neutrale Brennstoffe in der Destillation ätherischer Öle
Biodiversität & Schutz:
Teil des Greater Cederberg Biodiversity Corridor (GCBC) und Schutzflächen / Nature-Reserve in Partnerschaft mit CapeNature
Welterbe-Region:
Teil des UNESCO-Welterbes „Cape Floral Kingdom“
Rooibos Biodiversity Initiative (RBI):
Pilotgruppe (25 Farmen)
Fairness & traditionelles Wissen:
Bioprospecting-Genehmigung und Benefit-Sharing-Vereinbarung (San & Khoi-Khoi, 2013)
Quelle der Angaben:
Informationen laut Skimmelberg (Eigendarstellung).
Skimmelberg in 7 Bildern
Ein Ort, der Gesichter hat.
Skimmelberg ist Familienarbeit im Cederberg – nicht anonym, nicht austauschbar.
Wild bedeutet: selten.
Zwischen trockenem Gras stehen nur wenige Büsche – und genau das macht klar, warum Schutz hier kein Trend ist.
Bio ist Routine, nicht Etikett.
Buchu wird bewusst kompakt gehalten – rund 1 m, damit Pflege und Ernte sauber bleiben.
Jeder Tropfen ist Entscheidung.
In den Cederbergen ist Wasser kostbar – hier wird es geplant, gesammelt und gezielt eingesetzt.
Hier wird nicht nur angebaut – hier wird verarbeitet.
Buchu-Öl entsteht mit Dampf direkt auf der Farm: Aus etwa 100 kg Buchu wird rund 1 kg Öl.
Energie, die man nicht verstecken kann.
Der Dampf entsteht aus Holz aus der Umgebung – Verarbeitung ist hier sichtbar, greifbar, real.
Nach dem Öl ist nicht Schluss.
Was nach der Destillation bleibt, wird nicht weggeworfen – es geht zurück in den Kreislauf.
Wir denken in Generationen.
Buchu und Rooibos sind keine Rohstoffe – sie sind Bestände, die gepflegt und erhalten werden müssen.
Witelskloof/Waterval im Cederberg: Tee aus einem Ort, der nicht verhandelbar ist.
Skimmelberg ist der Name, unter dem die Familie Slabbert ihre Arbeit im Cederberg sichtbar macht: Skimmelberg (Pty) Ltd, gegründet 2007. Die Marke ist jung – das Land nicht. Buchu und Rooibos gehören hier seit Generationen zur Landschaft und zur Farm. 2007 war der Schritt, Bio-Anbau, eigene Verarbeitung und Export unter einem Namen so zu organisieren, dass Herkunft nicht nur erzählt, sondern nachvollziehbar wird.
Wer zum ersten Mal hier steht, merkt schnell: Der Cederberg ist kein „bequemer“ Ort. Er ist trocken, weit, manchmal hart. Genau deshalb wirkt alles, was wächst, umso kostbarer. Wildes Buchu sieht nicht nach Postkarte aus – zwischen vertrockneten Gräsern stehen nur wenige Büsche, zäh und duftend. Das ist der Moment, in dem man versteht, warum Schutz nicht als Slogan beginnt, sondern als Reflex: Wenn etwas so selten ist, kann man nicht so tun, als wäre es unendlich.
Darum arbeitet Skimmelberg mit einem klaren Gegensatz, den man auf der Farm sehen kann: Wildbestand – und kontrollierter Anbau. Buchu wächst auf 16 Feldern. Die Sträucher werden dabei bewusst bei rund 1 m gehalten – nicht aus „Kosmetik“, sondern damit Pflege und Ernte sauber, planbar und qualitätsorientiert bleiben. Bio ist hier kein Etikett, sondern eine tägliche Entscheidung zwischen den Reihen.
Und dann gibt es die Verarbeitung – nicht irgendwo, sondern vor Ort. Buchu wird bei Skimmelberg auch zu Buchu-Öl verarbeitet. In der Destillation entscheidet sich, ob aus Blattmaterial Charakter wird. Aus etwa 100 kg Buchu entstehen rund 1 kg Öl. Diese Zahl ist keine Werbebotschaft – sie ist Realität. Sie erinnert daran, wie viel Pflanze, Zeit und Arbeit in einem kleinen Ergebnis steckt.
Beim Rooibos zeigt sich die Haltung besonders deutlich im Rhythmus. Der Feld-Rooibos ist auf sechs Felder nach Alter gestaffelt. Jedes Jahr wird ein Feld neu bepflanzt, ein Feld läuft aus. Pro Feld werden etwa fünf Ernten eingebracht, dann werden die alten Sträucher im Feld gemulcht und im selben Arbeitsgang untergepflügt, und der Boden bekommt Zeit: ein Jahr Zwischenfrucht, oft Hafer, damit sich das System regenerieren kann. Das ist nicht die Logik von „maximal raus“. Es ist die Logik von „damit es wiederkommt“.
Und dann ist da etwas, das man nicht planen kann, sondern nur respektieren: wilder Rooibos. Auf der Farm gibt es seltene Wildpopulationen. Dieser Rooibos wird nur alle vier Jahre geerntet. Nicht, weil man nicht öfter könnte – sondern weil man es nicht will. So kann die Pflanze ihr natürliches Alter von 60–70 Jahren erreichen. Das ist kein romantischer Gedanke. Es ist eine Entscheidung: weniger kurzfristiger Ertrag, dafür Bestandsschutz – und ein anderes Verständnis von Zeit.
Skimmelberg beschreibt seine Arbeit selbst als organisch und regenerativ – mit Dingen wie Komposttee aus Wurmkompost (Vermikompost), einem wässrigen Auszug, der auf den Boden ausgebracht wird, sowie weiteren Maßnahmen, Zertifizierungen und Biodiversitäts-Initiativen. Für uns zählt daran vor allem eines: Ob man es im Betrieb wiederfindet. Im Wasser, das gesammelt wird. In Reihen, die gepflegt werden. In Beständen, die nicht „ausgereizt“ werden. In Prozessen, die sichtbar bleiben.
Wer Skimmelberg trinkt, kauft deshalb nicht nur Bio. Man entscheidet sich für Tee aus einem Ort, der klare Grenzen setzt – und für einen Betrieb, der diese Grenzen nicht als Problem sieht, sondern als Maßstab.